Pferdemädchen

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Anna liebte schon als kleines Mädchen Pferde und verbrachte ihre Freizeit im Ponystall. Anfangs stand das Sich-um-die-Ponies-kümmern mehr als das Reiten im Mittelpunkt: Boxen misten, Ponies putzen, mit ihnen spazieren gehen… ihr Taschengeld floss ins Putzzeug. Sie hatte ein gutes Gespür für Pferde und bekam ihren ersten kleinen Job: ein Pony an paar Nachmittagen von der Weide holen.

Reiten ist eine PartnerschaftAnna entwickelte sich weiter und ging ihren Weg konsequent: nach Pony-Stunden und Pony-Reitbeteiligung wechselte sie in einen anderen Stall, wo sie die Freude am Springen kennenlernte. Sie war mutig und lernwillig. Ihr Reitbeteiligung-Haflinger stoss nach kurzer Zeit an seine Grenzen, obwohl er sein Bestes für sie gab.

Anna wollte sich weiterentwickeln und suchte eine neue Reitbeteiligung zum Springen. Obwohl sie ihre gesamte Freizeit monatelang im Internet und in den umliegenden Reitställen suchend verbrachte, blieb ihre Suche ergebnislos. Das frustrierte sie sehr.

Ein eigenes Pferd wollten wir auf keinen Fall haben, obwohl es Anna´s größter Traum war. Sie war noch ganz am Anfang ihrer Reiterei und wir dachten, es wäre eine Mädchen-Schwärmerei, die irgendwann vorbei wäre. Wir sahen also keinen Grund, ein Pferd zu kaufen, nur weil unsere Tochter weiterreiten wollte.

Nicht desto trotz gab Anna nicht auf und suchte weiter bis sie endlich ein Reitlehrer-Ehepaar fand, das Einzelunterricht auf ihren eigenen (nicht Schul)Pferden erteilte. Somit begann ihr nächster Reitabschnitt, der nach knapp 3 Monaten doch noch mit einem eigenen Pferd endete.

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Diese Stute war, wie sich in den ersten Wochen gleich herausstellte, nicht das geeignete Pferd für Anna und wir haben sie dann zurückgeben müssen. Das Pferd ist glücklicherweise in geeignete Hände geraten zu einer erfahrenen Reiterin, die sie von den Grundlagen an neu ausbildet und mit ihr schonend umgeht.

For Edda haben wir nach diesem ersten gescheiterten Pferdekauf vom nächsten Reitlehrer vermittelt bekommen.

For Edda war von Anfang an ein besonderes Pferd. Sie sprang geschickt wie eine Katze. Sie war eine kleine Diva und tolerierte keine Reitfehler. Als man zu ihr unsensibel war, eher wäre sie gestorben als hätte sich brechen lassen.

Reiten ist eine Partnerschaft mit einem Fluchttier, die der Mensch sich konsequent, aber nur mit Feingefühl und immer mit Respekt dem Tier gegenüber erarbeiten darf.

Edda zu reiten war eine Herausforderung. Anna konnte sich auf sie aber absolut verlassen, nachdem sie einige Grundlagen richtig verstanden hatte und diese umsetzen konnte. Edda war fokussiert, ehrgeizig und nach einer Weile vertraute Anna so sehr, dass sie mit ihr über jedes Hindernis sprang. Wenn Anna kleinere Fehler machte, gleichte Edda diese aus. Bei groben Fehlern machte Edda einfach nicht mit und rettete somit sich beide. Im Umgang war Edda immer lieb. Durch ihre besondere Art zog sie die Menschen in ihre Bann. Sie wurde mitten in ihrer vollen Blüte völlig unerwartet aus dem Leben gerissen…

Für die, die Edda kannten, wird sie unersetzlich bleiben.